Dem Frühling auf der Spur
Der Kanton Zug ist Obstland. Und von allem Obst, das hier wächst und reift, sind die Kirschen die Stars. Keine andere Frucht hat die kulturelle Identität der Region Zug stärker geprägt als das «Chriesi». Dies schlägt sich nicht nur in der regionalen Produktepalette nieder – man denke an die Zuger Kirschtorte oder an die Zuger Chriesiwurst –, sondern spiegelt sich auch in Volksbräuchen wie der Chriesigloggä, dem Chriesisturm und dem Chriesimärt wider. Diese Bräuche werden in Zug fast genauso liebevoll gepflegt wie die Kirschbäume selber. Unser Interesse gilt hier aber doch ganz den Letzteren, also den Kirschbäumen.
Je nach Grundwetterlage zeigen sie sich zwischen Mitte April und Mitte Mai in ihrem schönsten Blütenkleid. Kombiniert mit der prächtigen Landschaft und der Bergsicht offenbart sich dem Wanderer eine Szenerie, die man anmutiger nicht malen könnte. Wann genau die Bäume wo blühen, erfährt man während der Saison beim Zuger Chriesitelefon (+41 41 511 75 00).
Chriesitelefon
Die Chriesibluescht erfolgt in den tieferen Lagen (Zug, Baar, Oberwil, Walchwil, Goldau) meist Mitte April und in den höheren Lagen (Blasenberg, Menzingen, Oberägeri) jeweils ungefähr zehn Tage später. Dies ist jedoch abhängig von den Temperaturen und der Witterung. Gerne halten wir Sie auf dem Laufenden. Während der Chriesibluescht ist auch unser Chriesitelefon wieder im Einsatz. Rufen Sie uns an. Wir wissen, wo, wann, welche Bäume blühen.Ab auf Chriesiwanderung
Ob Chriesiwanderung dem Zugersee entlang, mit Blick auf das Bergpanorama oder in den höheren Lagen. Wir teilen die schönsten Zuger Chriesiwanderungen mit Ihnen.In den höheren Lagen (Menzingen, Zugerberg, Ägerital) beginnt der Blütenrausch rund zehn Tage später als im Tal. Das verlängert die Kirschblüte im Kanton insgesamt und erhöht somit die Chancen auf eine schöne Blütenwanderung. Gleichwohl sollte man eine gute Gelegenheit für eine Chriesiwanderung auf keinen Fall verpassen, denn die Kirschblüte ist auch in Zug so schön wie vergänglich.
Wer sich zu einer Kirschblütenwanderung im Kanton Zug aufmacht, hat zuerst einmal die Qual der Wahl. Blütenwanderungen gibt es im ganzen Kanton und für alle Wanderbedürfnisse. Wer es gemütlich mag, entscheidet sich am besten für einen Spaziergang, der beim Bahnhof Zug beginnt und in Oberwil endet. Vis-à-vis der Bibliothek Zug, also dort, wo einst der Scharfrichter wohnte, folgt die Route der Hofstrasse immer geradeaus nach Oberwil, vorbei am Zurlaubenhof mit seiner prächtigen historischen Gartenanlage und am Biohof Zug, der nicht nur wegen seines hübschen Bistros an bester Lage stets einen Besuch wert ist. Die Aussicht auf den See und die Berge von nah und fern könnte schöner nicht sein.
Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, wird weiterwandern. Immer parallel zum Ostufer des Zugersees, wenn’s sein darf ganze 20 Kilometer weit, vorbei an Walchwil bis ins schwyzerische Arth-Goldau. Das gleiche Ziel lässt sich auch eine Etage höher am Walchwiler Berg anvisieren. Wer die Höhenmeter nicht scheut und den teilweise stotzigen Weg durch den Wald bis zur Lienisberg-Höhe unter die Füsse nimmt, wird reich belohnt: Denn auch von oben besehen ist das Zuger Chriesiland eine Augenweide. Doch wir orientieren uns heute nach Menzingen, eine Tour, die etwas Kondition verlangt, die aber bei Bedarf in zwei Etappen unterteilt werden kann. Den Bahnhof Zug verlassen wir Richtung See, Altstadt und St. Michael. Bald winkt uns hoch oben am Hang schon unsere erste Zwischenstation zu, der Gasthof Blasenberg. Nach einer guten Stunde und 320 Höhenmetern sind wir da und geniessen den Weitblick über Stadt und Land.
Auf aussichtsreichen Wegen vorbei am Bilgerihof und am Urihof und selbstverständlich an ungezählten Kirschbäumen gelangen wir zum vorläufig höchsten Punkt auf 850 Metern über Meer. Nachdem wir die Alpwirtschaft Brunegg passiert haben, die von März bis Dezember geöffnet ist, haben wir bald das Schmittli erreicht, wo wir, wären wir müde, den Bus zurück nach Zug oder ins Ägerital nehmen könnten. Doch wir wandern weiter, den Gubel hinauf, weil wir uns diese Aussicht nicht nehmen lassen wollen. Bis nach Menzingen ist es jetzt nur noch ein etwas grösserer Katzensprung. Und nachdem wir nun während gut vier Stunden Marschzeit – teilweise auf Hartbelag – so viele Kirschblüten bewundert haben, haben wir uns auch ein Stück Zuger Kirschtorte in der legendären Menzinger Konditorei Schlüssel redlich verdient!
Zur Belohnung eine Kirschtorte
Nach einer Chriesiwanderung darf ein Stück Zuger Kirschtorte natürlich nicht fehlen. Wir verraten Ihnen, wo Sie ein Stück Kirschtorte geniessen und weitere Erlebnisse rund um die legendäre Zuger Leckerei erleben können.Aktuelle Artikel
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